Kurzinfo Do, 10.09.2015

Am Vormittag gab der Senat bekannt, dass mehrere hundert Geflüchtete erneut am Bahnhof Schönefeld ankommen sollten. Auch hier hatten Hauptamtliche Rettungskräfte den Empfang übernommen. Sie wurden in die zuvor als Notunterkünfte umgewandelten Sportstätten am Olympiapark einquartiert.

Eine Gruppe von Aktivist*innen hatte kurzerhand ein leer stehendes Gebäude in Charlottenburg besetzt. Sie wollten es als selbstverwaltetes Refugeecentre etablieren. Die Polizei beendete nach ein paar Stunden die Besetzung.

Im Abgeordnetenhaus Berlin war das Thema Geflüchtete auf die Tagesordnung als Aktuelle Stunde gesetzt worden. Senator Czaja behauptete, die gegenwärtige Situation sei nicht absehbar gewesen und sein Mitarbeiter*innen, sowie sein Senat leisteten eine gute Arbeit.
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Diese Einschätzung teilten weder die Opposition, noch Refugeesupporter. Das LaGeSo ist auch heute immer noch eine Katastrophe, die nur von offizieller Seite aus noch nicht als solche anerkannt ist. Aufgrund der vielen Sachspenden für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Südosten Berlins können wir verkünden, dass wir keine Sachspenden mehr annehmen können.

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Vielen lieben Dank dafür! Der Senat hat sich, trotz Ankündigung auf twitter, auch heute nicht mit einem professionellem Team blicken lassen. Morgen müssen die Kinder und Jugendlichen umziehen, niemand weiß bisher wohin. Betreuung wird für nächste Woche noch gesucht!

In Marzahn hatten Neonazis den Einzug von weiteren Geflüchteten mit Kundgebungen begleitet, einen kurzen Bericht hiervon hat das Antifa-Kollektiv Marzahn-HellersdorfAntifa-Kollektiv Marzahn-Hellersdorf.

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Kurzinfo Mi, 09.09.2015

In der Nacht zum 09.09.2015 hat es einen Anschlag auf eine neue Notunterkunft für Geflüchtete in Marzahn gegeben. Daraufhin hat es am Nachmittag und Abend weitere Provokationen durch Neonazis dort gegeben. Engagierte Bürger*innen, die den Geflüchteten in der Unterkunft helfen wollten, sollen durch die Polizeikräfte daran gehindert worden sein. Ebenfalls in der Nacht wurden 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) in einer Einrichtung im Südosten Berlins „abgeladen“. Der Senat hat sie vermittelt und sich anschließend aus dem Staub gemacht. Die seit Tagen angekündigten sozialen Dienste fehlen, die Betreuung und Versorgung wird komplett durch Ehrenamtliche gestellt.

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In der Storkower Straße 133a hat es ebenfalls eine Neueröffnung einer Notunterkunft gegeben. Die Geflüchteten wurden durch das LaGeSo bisher noch nicht registriert. Fotos von der Unterkunft gibt es bei Tim Lüddemann.
Vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) hat die NPD zu einer Kundgebung gerufen. 8 Neonazis waren diesem Ruf gefolgt, hunderte Gegendemonstrierende standen ihnen gegenüber.
Der Senat für Gesundheit und Soziales (SeGeSo) hat angekündigt, zwei Sportstätten zu Unterkünften ür die Geflüchteten umzuwandeln.

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Spenden gebraucht! 130 Personen beziehen neue Unterkunft in der Storkower Straße

Liebe Unterstützer*innen,

heute Nacht (09.September) wurde eine neue Notunterkunft eröffnet für 200 Personen in der Storkower Straße 133a, für die auch Herr Schebaum, Leiter der Unterkunft in der Storkower Straße 139c, zuständig ist. Für heute Abend wird für 130 Personen noch folgendes dringend benötigt: Matratzen!, Kopfkissen, Decken und Bettwäsche, Handtücher, Zahnpasta und Zahnbürsten.

Die Dinge können in der Storkower Straße 139c abgegeben werden.

Bitte leitet dies weiter.

Kurzinfo Di, 08.09.2015

Am Morgen erreichte uns die Nachricht, dass 450 Refugees mit einem Zug in Schönefeld ankommen. Laut Menschen vor Ort wurden sie „freundlich und professionell“ von Rettungskräften in Empfang genommen und anschließend direkt auf Unterkünfte verteilt.  Hier warteten teilweise Unterstützende und machten aus dem freundlichen einen herzlichen Empfang.
Desweiteren kam diesen Tag von vielen Unterkünften die Bitte, die Bedarfs listen für Spenden im Blick zu nehmen, bevor diese gebracht werden, um den organisatorischen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Nachfolgend die Gruppen auf facebook der jeweiligen Hilfsinitiativen, auf denen die jeweiligen Spendenbedarfe, bzw. Links zu Spendenlisten angegeben sind.

Neukölln hilft, Jahn-Sporthalle
Wilhelmsstadt hilft, Knobelsdorf-Kaserne
Wilmersdorf hilft, Rathaus Wilmersdorf

In der Nacht erreichte uns dann eine ganz besonders krasse Anfrage: 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind im Südosten Berlins eingetroffen. Der Senat soll sie, in Ermangelung einer Alternative, an eine Jugendeinrichtung gegeben haben, die damit vollkommen überfordert ist. Hier ist dringender Support gefragt, bitte meldet euch bei uns, wenn ihr helfen könnt.

DRINGEND: Support für 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht!

UPDATE 10.09.2015: Es sind mega viele Sachspenden eingegangen, vielen Dank dafür! Bitte schaut doch auf http://www.berlin-hilft-lageso.de, welche anderen Unterkünfte noch welche gebrauchen können! Betreuung können wir immer noch gebrauchen!

In dieser Nacht sind 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter von 14 – 16 Jahren angekommen. Der Senat soll sie quasi an eine Einrichtung im Südosten Berlins ausgelagert haben, die jetzt damit komplett überfordert ist. Es wird dringend Unterstützung gesucht, im besten Falle ausgebildete Erzieher*innen/Sozialarbeiter*innen/Sozialassistent*innen, die die fünf Freiwilligen vor Ort in der Betreuung unterstützen können. Außerdem ein Arzt, der eine gesundheitliche Erstbetreuung übernehmen kann, sowie Kleidungs- und Hygieneartikelspenden.

Bitte meldet euch unter trainofhope_b yahoo de oder unter 0151 4790 4207, wenn ihr unterstützen könnt und leitet den Aufruf an mögliche Unterstützer*innen weiter.

Infos Sonntag,06.09. um 18.30 Uhr

Ankunft von 350 Refugees in Berlin
Der Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja hat über twitter bekannt gegeben, dass sieben Busse mit Refugees aus Bayern nach Berlin aufbrechen sollen.

//platform.twitter.com/widgets.jsTatsächlich sind gegen 17 Uhr erst vier Busse gestartet, wie die Berliner Zeitung berichtet. Sollten die Busse zügig durchfahren, wäre mit diesen gegen 2 Uhr/3 Uhr zu rechnen. Sie sollen aber direkt zur Unterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne nach Spandau gebracht werden.

Unterkunft Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau
Es gibt eine Facebook-Gruppe für die Unterstützung vor Ort. Um 23 Uhr wird es ein Treffen vor Ort geben, um möglichen Support und deren Koordination zu besprechen. Spenden werden aktuell von der Unterkunft nicht mehr angenommen, da sie genügend haben. Die betreibende Prisod GmbH soll mögliches Engagement von ehrenamtlichen Unterstützer*innen allerdings erschwert haben und sich dagegen sträuben.

Verhalten Deutsche Bahn und Bahnhofsmission
Auch die Deutsche Bahn hat sich gestern gegen einen Willkommens-Pavillon für die Refugees am Hauptbahnhof gestellt und heute ein entsprechendes Transparent abhängen lassen. Die Bahnhofmission möchte auch ihre Räumlichkeit nicht länger zur Verfügung stellen.

Mitteilungen über ankommende Refugees
Wir freuen uns über Mitteilungen, wenn Refugees in Berlin ankommen. Wir bitten euch aber, diese nicht öffentlich auf Facebook oder Twitter mitzuteilen, sondern entweder privat oder per Mail zu kommunizieren um die Refugees zu schützen.

Angriff auf unser Etherpad
Nachdem ein mutmaßlicher Nazi den bisherigen Text vom Pad gelöscht hat, ist es wieder hergestellt. Zur Info: Löschungen bringen nichts, da es ständige Zwischenspeicherungen gibt.

Kurzinfos Sa, 05.09.2015

Das erste Mal gab es sichere Meldungen, dass Geflüchtete auf dem Weg nach Berlin sind. 350 Personen sollten aus München am #hbfberlin ankommen. Weder die Bundespolizei, noch die Bahnhofmission konnten uns allerdings sagen wann. In Vorbereitung dieser Ankunft trafen sich 40 Supporter*innen am Hauptbahnhof und berieten die Lage. Dabei wurden verschiedene Info- und Koordinierungskanäle festgelegt, sowie ein erster Schichtdienst festgelegt. Laut aktuellen Informationen sollen die Refugees frühestens Sonntag Vormittag ankommen. Ab 7 Uhr wollen wieder Menschen vor Ort sein. Der AStA der TU Berlin hat seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, in denen wir Materialien unterstelllen können. Tagsüber können wir uns in den Räumen der Bahnhofsmission Berlin treffen und planen. Morgen (Sonntag, 06.09.2015) treffen wir uns dort erneut um 18 Uhr um alles zu planen.

Hintergrundinfos auch von Fabio Reinhardt auf Facebook über den Tag und generelle Infos über unsere Kanäle. Danke für euren Support und solidarische Grüße an alle Freund*innen, die sich für andere einsetzen. Refugees Welcome!